Spatenstich Gemeindezentrum Hallbergmoos

"Wer hätte das gedacht?" Vom Tempo, das die evangelische Kirche beim Bau des Gemeindezentrum hingelegt hat, ist selbst Pfarrer Thomas Bachmann beeindruckt. Gestern markierte der Spatenstich, zu dem Vertreter von Kirche und Gemeinde erschienen waren, den Baubeginn.

Als Realisierungszeitraum für den Neubau hatte man sich eigentlich, wie Pfarrer Thomas Bachmann erinnerte, eine Spanne von 15 bis 20 Jahren vorgestellt. „Ich war nicht scharf aufs Bauen“, räumte er ein. Doch als der Bauausschuss der Kirche 2003 „in die Offensive ging“ und dem Hallbergmooser Sprengel Perspektiven in punkto Selbständigkeit eröffnet wurden, zog Bachmann natürlich mit.

Der Wunsch nach etwas Eigenem basierte auf verschiedenen Überlegungen: Man wollte die bisher verstreuten Aktivitäten bündeln, die Jugendarbeit intensivieren und ein sichtbares Zentrum für die mehr als 1000 evangelischen Christen der Gemeinde schaffen. Um das Projekt zu realisieren, nahm der Bauausschuss im Februar 2003 seine Arbeit auf. Drei Monate später wurde - für die Mittelbeschaffung - der Kirchbauverein gegründet. Im Juli 2003 erwarb die Landeskirche das 2000-Quadratmeter-Grundstück an der Bürgermeister-Funk-Straße. 2004 entschied sich die Kirche gegen die Alternative, im Alten Rathaus ihr Zentrum zu etablieren - man baute lieber selbst.

Der beispiellose Schulterschluss zwischen Kirche, Kommune und Spendern ließ aus dem Wunsch schließlich schneller als erwartet Wirklichkeit werden. Sowohl Landeskirche als auch die Gemeinde stockten ihre Zuschüsse auf, als sich die Investitionssumme für das zunächst auf eine Million Euro taxierte Projekt auf 1,6 Millionen erhöhte. Die Landeskirche beteiligt sich mit 850 000 Euro, die Kommune hat 300 000 Euro zugesagt. Evangelische Kirche und Kirchbauverein haben 180 000 Euro zusammengetragen.

Bis zum Abschluss des Baus im Frühjahr 2012 müssen weitere 80 000 Euro durch Spenden, Aktionen und, falls nötig, ein Darlehen finanziert werden. Das Gebäudekonzept basiert auf einem Entwurf des landeskirchlichen Architekten Harald Hain und orientiert sich am „unkonventionellen“ Grundstückszuschnitt. Die darauf „maßgeschneiderte Konzeption“, für die Architekt Frank Siegmund verantwortlich zeichnet, sieht einen zweigeschoßigen Baukörper mit Sichtziegel- bzw. Klinkerfassade vor. Der Kirchenraum bietet 170 Besucher Platz, 50 Plätze stehen auf der Empore zur Verfügung. Im Obergeschoss befinden sich Gruppen- und Verwaltungsräume. Die Baugenehmigung wird in den nächsten Tagen erwartet.

Text: Eva Oestereich
Quelle: www.merkur-online.de (Artikel)