Unser Reichtum ist der Friede!

Für 235 Schülerinnen und Schüler sowie 119 Erwachsene und Jugendliche hieß es von Freitag bis Sonntag „einfach leben“ beim Neufahrner ökumenischen Kinderbibelwochenende (kurz KibiWe). Franz von Assisi, der Namenspatron der katholischen Kirche, war in diesem Jahr das Thema.

Das Drehbuch, wie immer geschrieben von Gertrud Ritter Bille, wurde durch 45 Schauspieler/Innen zum Leben erweckt und in ein faszinierendes Theater umgesetzt. Für Hauptdarsteller Herbert Büchl (Franz von Assisi) eröffnete sich in seiner Rolle eine ganz andere Welt. So wurde er vom reichen und verwöhnten Sohn und Partylöwen zum armen aber glücklich und zufriedenen Bettler, der sogar einen Aussätzigen (Frederik Zill) umarmte. Nach der Begegnung mit Jesus lies er sich von seinem Vater Bernadone (Arne Styra) enterben und verschenkte all sein Geld, seine schönen Kleider und Schuhe an die Armen. Unter den staunenden Augen der Kinder schnitt er Clara di Offeduccio (Sophie Englert) ein Stück ihrer langen Haare ab, als Zeichen, dass auch sie in Armut und Demut leben möchte.

Er sprach nicht nur beim Sultan (Hassan Öztas)vor um die Begegnung zwischen Muslime und Christen herbeizuführen, sondern auch bei Papst Innozenz III (Gerhard Bille) um die Lebensweise von Franz und seinen Brüdern (Ferdinand Ziegler, Matthias Grandl/Wolfgang Rudzki, Lukas Bille, Clemens Ronnefeldt, Roland Hofmeister, Ferdinand Thalwieser und Marco Sterlemann) genehmigen zu lassen. Wie unwichtig Besitz und Reichtum ist wurde klar, als ein Bauer (Stefan Stegschuster) Franz und seinen Brüdern einen verlassenen Stall, den sie sich zum Übernachten ausgesucht hatten, streitig machte um dort seinen Esel unterzustellen. Nach einer kurzen Auseinandersetzung zwischen den Brüdern und dem Bauer stellte Franz fest: „Unser Reichtum ist der Friede. Friede ist unbezahlbar wertvoll“.

Dies alles in den verschieden Jahrgangsstufen zu verarbeiten, und im Gespräch, im Spiel oder auch in den Bastelarbeiten (die wieder im Franziskussaal nach Ende des Gottesdienstes zu bewundern waren) zu reflektieren machten sich die vielen ehrenamtlichen Helfer/Innen zur Aufgabe.

Als krönender Abschluss des KiBiWe’s begann der ökumenische Gottesdienst für die Kinder in diesem Jahr nicht – wie üblich – in der katholischen, sondern im Garten der evangelischen Kirche. Hier verkündete Franz von Assisi bei trockenem Wetter und echtem Vogel-gezwitscher die Vogelpredigt. Dann zog er mit seinen Brüdern, allen Kinder und Helfer/innen, Pastoralreferentin Christina Brandl-Bommer, Pfarrerin Christa Stegschuster und Pfarrer Lanzinger singend und klatschend in einem langem Zug über den Marktplatz und die Bahnhofstraße (die extra von der Neufahrner Feuerwehr kurzzeitig gesperrt wurde) in die Franziskuskirche ein.

Der Gottesdienst stellte einen würdigen Abschluss eines tollen KibiWe’s dar. Das was Franz von Assisi wirklich wichtig war wurde in der Schlussszene “Was glücklich macht“ eindrucksvoll dargestellt. Daran schloss sich eine wunderbare Predigt im Zusammenspiel von Christina Brandl Bommer und Christa Stegschuster an, berührende Fürbitten aus den Gruppen und natürlich viele Lieder (begleitet von den im letzten Jahr ins Leben gerufenen Bemo’s).

Den Sieg des KibiWe-Hits (ausgewählt von allen Klassenstufen) mussten sich dieses Jahr zwei Lieder teile. So wählten die kleineren KibiWe-Teilnehmer/Innen „flinke Hände, flinke Füße“ während die Größeren „Dein Anblick“ von Schandmaul bevorzugten.

(Carola Schmidt)